[MD] Informationen zur Kundgebung am 21.07.2020: Solidarität mit den Betroffenen – Keine Bühne dem Täter

Bei der Kundgebung Solidarität mit den Betroffenen – Keine Bühne dem Täter geht es uns vor allem darum, die Nebenkläger*innen und andere Betroffene zu Wort kommen zu lassen und ihre Perspektiven und Forderungen zu dem Prozess in den Vordergrund zu stellen. Der Inhaber des Kiez Döner İsmet Tekin will klar machen: „Wir wollen hier bleiben, denn der Laden an dieser Stelle ist wichtig. Wir sind da, wir sind zusammen und wir bleiben auch zusammen. Wir lassen uns durch diesen Anschlag nicht vertreiben.“. Außerdem wünscht er sich für den Prozess: „Ich wünsche mir ein Urteil, das Menschen davon abhält so etwas nochmal zu tun.“. Igor Matviyets als Mitglied der jüdischen Gemeinde Halle ergänzt: „Der Prozess ist nur der Anfang für die Aufarbeitung des Anschlags, der Motivation des Täters und des Antisemitismus in Sachsen-Anhalt. Es geht darum, ob es zu viel Freiraum für menschenverachtende Gedanken gibt und zu wenige Menschen widersprechen. Hätte die Radikalisierung von Stephan B. durch ein sensibilisiertes und couragiertes Umfeld verhindert werden können? Das sollte die Gesellschaft in Sachsen-Anhalt als Ganzes klären und es nicht aus Bequemlichkeit nur den Richter*innen überlassen.“
Dem schließen wir uns an! Der Prozess darf kein Schlussstrich für die gesellschaftliche Aufarbeitung dieses rechten Anschlages bedeuten!


Vor Beginn des Prozesses zwischen 8:30 Uhr und 9:30 Uhr, in der Mittagspause sowie am Ende des Prozesstagen werden wir Redezeiten für Nebenkläger*innen und deren Anwält*innen bereithalten.
Außerdem erwarten wir Beiträge von folgenden Redner*innen bzw. Organisationen:

  • Heike Kleffner für den Verband für Betroffene rechtsextremer und antisemitischer Gewalt
  • Max Czollek
  • Igor Matviyets
  • Halle gegen Rechts- Bündnis für Zivilcourage
  • Tribunal- NSU Komplex auflösen
  • Esther Dischereit (Lyrikerin, Erzählerin, Essayistin, Theater- und Hörstückautorin)
  • Initiative kritisches Gedenken Erlangen
  • NSU Watch
  • Jüdische Studierenden Union Deutschland
  • Mamad Mohamad (LAMSA Magdeburg)
  • Henriette Quade (MdL, DIE LINKE)
  • Grußwort von Ibrahim Arslan
  • eine Repräsentantin von migrantischen Communities in Halle
  • Elizabeth Fomitschow, Elisheva
  • Boleslaw Kowalski

Weitere Redner*innen wurden angefragt.

Wenn es Menschen gibt, die vor Ort sprechen möchten, gibt es freie Zeitfenster, die von Betroffenen (in der Sprache in der ihr euch wohl fühlt) genutzt werden können.


// Außerdem wollen wir euch erneut an die Hygieneregeln erinnern: Bitte haltet Abstand zueinander und/oder tragt Mund-und Nasenschutz.

// Hier auch schon mal der Hinweis, dass wir mit viel Presse vor Ort rechnen.

// Wenn ihr über den Prozess und/über die Kundgebung auf euren Social Media Kanälen berichten wollt, verwendet am besten den Hashtag #HalleProzess und #md2107.

// Passt auf der Kundgebung bitte aufeinander auf und seid solidarisch, ein Awarenessteam wird vor Ort sein. Wir sehen uns morgen vor dem Landgericht!


Radio Corax gehört zu jenen Medien, die für den Prozess eine Akkreditierung erhalten haben. Sie werden die kommenden Monate umfassend berichten können. Zudem organisieren sie am 21.7 eine Sondersendung – ab 8 Uhr. Zu Hören in Halle auf 95.9 FM und im livestream:

www.radiocorax.de